Niederdeutsche Bühne Sülfmeister e.V.
Aktuell 2012
http://www.suelfmeister-lueneburg.de/aktuell-2012.html

© 2012 Niederdeutsche Bühne Sülfmeister e.V.
 

Aktuelle Presseberichte

 

Landeszeitung vom 06.02.2012

 

Lünepost vom 11.02.2012

Dolle Dörpsgeschicht!

 Lüneburg. De lodderige, dickpansige Gemendevörstand „Jan Kreyenborg“ (Rolf Schreckenbach) harr so’n bannich groten Jieper na ’n flotte Deern, wull mal wedder knutschen, pimpern un sien nörgelige Olsch „Gesine“ (Anne Schoolmann) dorbi vergeten. In düsterer Nacht makt he sick op’n Wech to’n Hus vun de Sniederslüüd, um bi de lichtflünkige Dochter into­stiegen. Man as he an’t Kamerfinster rumfummelt um intokamen, ward he nich fründlich na binnen trocken – nee, he flüggt in’n hogen Bogen wedder trüch un kricht ’n düchtigen Slag an de Stiern. He rennt wat he kann Hals öber Kopp trüch na Hus. Ünnerwegens blifft sien Stäbel in’n Modder stecken, sien Mütz in’n Gebüsch hangen, en Knopp vun sien Jack in de Blomen leggen … un mit düsse Corpus Delicti fangt August Hinrichs Platt-Krimi-Komedi „Wenn de Hahn kreiht“ op de Bühn in’t Lüneborger Keller-Studio T.NT. an – ne Dörpsgeschicht vun anno dazumal mit bannich veel ton Högen un Grienen för ole und junge Lüüd!„Die Sülfmeister“ vom traditionsreichen Verein „Niederdeutsche Bühne“ präsentierten ihrem Fan-Publikum bei der Premieren-Aufführung einen mitreißenden Spaß – der beinah durch die unerwartete Erkrankung einer Akteurin hätte ins Wasser fallen müssen und nur durch das kurz entschlossene „Einspringen“ von Beate Meyer als „Trina Witt“ in allerletzter Minute gerettet werden konnte. „Hut ab!“ vor dem riesengroßen Engagement und professionellen Können dieser (Ersatz)-Darstellerin, die laut Mitwirkungsplan eigentlich „nur“ für die Spielleitung verantwortlich sein sollte! Aber auch die anderen Mitglieder des Laien-Ensembles überzeugten in ihren Rollen: Knecht und Pfiffikus „Willem Tameling“ (Georg Becker), de mit slauen Plie sienen Spoorstrump uptofüllen weet; Möchte-gern-Bräutigam und Traanpott „Gustav Piepers“ (Michael Wieghardt), de sick bannich tutig umsüss an „Lena“ (Tanja Scheele) rantomaken söcht; ihr heimlicher Schatz „Tierarzt Renken“ (Johannes Möddel), de bi de Aantenjacht in de Nacht siene Oogen apen makt; de geschniegelte niege „Amtshauptmann Kröger“ (Olaf Sander), de de fiegelienschen Lögengeschichten utenannerklamüstert un dorbi vun sien neegenkloken lütten driftigen Hülpsmann „Wachtmeister Stindt“ (Clara Dunker) ünnerstütt ward, sowie der diesmal nur in einer Nebenrolle als „Peter Witt“ agierende ehemalige Plattdeutsch-Beauftragte Klaus Dieter Bossow.

 

Landeszeitung vom 31.01.2012

Beate Meyers Regie-Debüt
"Wenn de Hahn kreiht"

Ganz im Geist von Gündling

 ff Lüneburg/Amelinghausen. Plattdeutsches Theater gespielt hat Beate Meyer bereits als lütte Deern, also eigentlich schon immer. Im Ensemble der Niederdeutschen Bühne Sülfmeister wurde sie in unzähligen Aufführungen zu einer festen Größe. In der neuen Produktion aber, in der Komödie "Wenn de Hahn kreiht", spielt Beate Meyer nicht mit, da führt sie zum ersten Mal Regie: "Ich habe mich oft gefragt: Wie hätte Hans Jürgen Gündling das jetzt gemacht?" Die erfahrene Amateur-Schauspielerin, Bankkauffrau im bürgerlichen Leben, ist für ihren Profi-Kollegen eingesprungen, der die Leitung übernommen hatte und Ende vergangenen Jahres in der Folge einer Operation starb.

"Wenn de Hahn kreiht", dann ist das Malheur schon passiert: Gemeindevorsteher Kreyenborg hat in der Nacht versucht, bei der als "leichtsinnig" bekannten Tochter des Schneidermeisters Witt einzusteigen. Aber er wurde verjagt und verlor auf der Flucht einen Stiefel und einen Knopf. Als sich ein neuer schneidiger Amtshauptmann des Falles annimmt, versucht Kreyenborg unbeholfen, die Spuren zu verwischen und lässt sogar die Feuerwehr anrücken, um die ganze Gegend nach Spuren des "geflohenen Einbrechers" abzusuchen. Es spielen Georg Becker, Regina Stahn, Rolf Schreckenbach, Anne Schollmann, Tanja Scheele, Johannes Möddel, Klaus-Dieter Bossow, Olaf Sander, Clara Dunker und Michael Wieghardt.

"Die Proben laufen prima", sagt Beate Meyer. "Wichtig ist es uns, die verschiedenen Typen in dem Stücks herauszuarbeiten, jeder soll seinen Charakter, seine Nische finden, das ist natürlich auch Teamarbeit." Und: "Ich möchte Passagen dabei haben, die etwas ernster sind, das war Hans Jürgen Gündling auch wichtig. Außerdem muss nicht jede witzige Szene wirklich zum Lachen sein, ein Schmunzeln ist da manchmal schöner."

Beate Meyer wurde in Raven geboren und wuchs auf einem Hof in Amelinghausen auf -- und zwar mit der hochdeutschen Sprache: "Da haben meine Eltern sehr drauf geachtet. Niederdeutsch musste ich selbst erst lernen. Bei den Sülfmeistern haben wir Resi Kuhnt als Platt-Coach. Es ist bei uns im Ensemble also auch jeder willkommen, der da noch keine Vorkenntnisse hat."
Ihre eigene Sülfmeister-Premiere war der "Hahn in't Korb", Ende der 80er-Jahre. Oft gab sie in den Komödien das hübsche junge Mädel, das am Ende zu seinem Geliebten fand. Für "O sole mio" musste Beate Meyer auch mal italienisch sprechen, zuletzt spielte sie in "Cili Cohrs" von Gorch Fock eine ernste Rolle."Wenn de Hahn kreiht" von August Hinrichs feiert am Freitag, 3. Februar, um 20 Uhr im T.NT-Studio des Lüneburger Theaters Premiere. Weitere Aufführungen sind über den gesamten Februar hinweg bis in den März hinein geplant.